Michael und Johanna Dobbelt: Installation «Censored»

Die Grenze existiert überall. Der Staat unterhält Grenzposten. Die Gesellschaft ist durch Gesetze und Regeln organisiert.
Zensur ist ein Symbol der Grenze. Grenzen erlauben und verbieten Restriktionen. Existiert eine Grenze zwischen “Freiheit” und “Abhängigkeit”, oder sind beide relativ.
Champignons sind eine königliche Familie innerhalb der Natur. Sie sind Lebewesen zwischen Pflanzen und Tieren, sie brauchen kein Licht. In unseren Fall stellt ein schwarzer Streifen die Grenze der Zensur dar, die das Licht blockiert, der den Pilzen als Metapher ihre “Freiheit” bringt. Aber unter den Bedingungen der harten politischen Zensur kann eine Form der Menschen entstehen, ähnlich den vegetativen Bedingungen der Champignons: identisch, langweilig, ergeben.
Die Grenze — der relative Begriff: Vielleicht erscheint es einigen, dass das Licht gut, und die Finsternis eine Katastrophe ist.  Und anderen ist das Licht verderblich, und in der Dunkelheit gestaltet sich das Leben.
Das Schild eines Kasinos, das zum Vergnügen des Nachtlebens aufruft, steht für die Zensur. Aber das Schild am falschen Ort enntäuscht: Das elektrische Licht in der Dunkelheit, in der offenen Landschaft, ist fern der menschlichen Behausungen…
Die Installation „Censored” ist auf der ehemaligen Gießmannsdorfer Brücke verortet, einem mittlerweile geschlossenen Grenzübergang zwischen Deutschland und Polen.

An offiziellen Grenzübergängen erlaubte ein Stempel im Reisepass den Grenzübertritt zwischen den beiden Staaten. Einerseits unterstützte der Stempel die Zensur, andererseits verband er beide Länder. (Michael und Johanna Dobbelt)

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censored – Photographie Matthias Schumann

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